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The final breakdown

Unser 2.tes Abenteuer des Tages bestand in der Besorgung einer neuen Datenkarte für den iPad. Für die Mitarbeiter des Anbieters, den wir uns ausgesuch hatten, war es wohl definitiv das erste Mal, dass sie eine Micro-Sim Karte für einen iPad lauffähig machen sollten. Es dauerte ein wenig, aber nach rd eineinviertelstunden hatten wir tatsächlich Internetzugang! Wow!!! Und das ganze in absolut zufriedenstellender Geschwindigkeit.

Frohgelaunt starteten wir am Morgen in Richtung Grenze, Distanz 53 km. Durch wunderschöne Landschaften, begleitet von sogar ein wenig Sonne, und auch der Anstieg war weniger erbarmungslos als der am Vortag. Dachten wir jedoch, wir hätten die exotischsten Menschen hier schon gesehen, täuschten wir uns gewaltig, denn plötzlich trafen wir auf eine Art vietnamesische “Nell” (ihr erinnert euch- Jodie Foster?!?). Eine Frau ging und kniete und ging völlig nackt, barfuss und ziemlich mit Lehm beschmiert die Strasse entlang. Vom Körperbau eher Neandertalern ähnelnd, vom Aussehen ein 100% iger Waldmensch…

Und während wir noch diese Eindrücke verarbeiteten, war es nach 32 km dann soweit: nach ein paar heftigen Schlaglöchern brach der Gepäckträger auf einer Seite wieder durch und diesmal auch die Schraube ab. In der Pampa war an eine Ad-hoc Reparatur nicht zu denken und so befestigten wir den Gepäckträger notdürftig mit Draht am Rahmen. Er hing nun schief und krumm, und wir packten die Gepäcktaschen um: in unsere beiden Rucksäcke, und zusätzlich noch eine Tasche auf Utzis Radl. Dazu ging es nun wieder den Berg auf, und die nächsten 6 km fluchten und schimpften wir schweissgebadet vor uns hin, während wir den Berg raufpedalten. Aber ein riesen Abenteuer war’s trotzdem. Das wir allerdings beendeten, als ein Direktbus nach Xam Neua, der Provinzhauptstadtin Laos, neben uns hielt und uns fragte, ob er uns mitnehmen könne. Das erschien uns dann doch sinnvoller, als unsere Abenteuerlust maximal zu kultivieren. Und so stiegen wir in den Bus! Natürlich nicht ohne uns gegen übertriebene Preisabzocke wehren zu müssen.
Kurz vor der Grenze steigen alle Passagiere aus dem Bus, und während die meisten Leute zum Lunch gingen, kümmerten wir uns um unsere VISA für Laos. All das klappte reibungslos, und als dann der Bus die Grenzinspektion passierte und nun auch Suzzy beruhigt war, dass hier bei unserem Gepäck alles ok war, konnte die Fahrt weitergehen. Ehrlich gesagt fanden wir dann auch angesichts der Hügel und der Steigungen nach Xam Neua die Busfahrt recht angenehm..

Kaum in Laos angekommen haben wir das Gefühl, uns in einer gänzlich anderen Welt zu bewegen. Die Menschen sind sehr sehr freundlich, unendlich hilfsbereit und überhaupt nicht aufdringlich. Alles hier strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, die sich auch auf uns Besucherinnen überträgt. Darüber hinaus ist es in Laos für asiatische Verhältnisse ziemlich sauber und gepflegt, so sauber, dass wir uns mit Wonne ohne eigenen Schlafsack mal in die Betten kuscheln können und sofort alle Wäsche zum Waschen gaben- die riecht nun so gut wie seit 2 Monaten nicht mehr. Ebenso angenehm ist der Kontakt zu den Menschen hier. Fast jeder grüsst und trägt dazu ein Lächeln auf den Lippen, oder erwidert einen Gruss mit eben einem Lächeln. Das ist sicher einer der wesentlichen Faktoren, warum wir uns in Laos so wohl und willkommen fühlen.

Der Folgetag war der Tag der Besorgungen und natürlich dem Gepäckträger gewidmet. Insgeheim hatte S. damit gerechnet, mn. 3 Tage mit diesem Problem zu verbringen, aber dann kam alles viel besser als erwartet. Begleitet vom Mitarbeiter des Touribüros, der nämlich sehr gut englisch sprach, suchten wir eine Werstatt auf. Und eine weitere, die beide nicht helfen konnten. Wir hatten jedoch auf dem Weg eine Produktionsstätte für schmiedeeisene Gartenzäune und Balkone entdeckt, und dachten, das könnte was sein. Und so war es dann. Der Handwerker guckte sich den Gepäckträger 1 Minute an, dann sagte er, er habe eine Idee. Und 3 Sdt später hatten wir eine neue Haltekonstruktion. Diesmal in weiss lackiert, da die Farbe gerade wg einer anderen Lackierung verfügbar war. Ob es halten wird, muss sich noch bei der nächsten Etappe beweisen, aber es sieht schon mal ganz schön stabil aus. Einziger kleiner Wehmutstropfen ist der kleine Kollateralschaden. Im Zuge das Arbeiten kamen die Handwerker wohl irgendwie an den Schaltzug und der ist nun bedrohlich kurz, weil sie wohl was weggeschmort haben….wir haben nun zur Vorsicht ein Ersatzkabel gekauft – passt nicht ganz, weil es eigentlich für ein Moped ist, aber wir sind sicher, dass im Falle eines Falles passend gemacht wird, was zu passen hat.
Unsere weiteren Besorgungen wie Reissverschlussreparatur (diesmal Hose Suzzy) und Umtausch Travellerchecks liefen so routiniert und harmlos und relativ schnell ab, so dass wir uns fragen, warum im Rieseführer der Eindruck vermittelt wird, alles hier brauche eine kleine Ewigkeit.

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